8. SFIB-Fachtagung ICT und Bildung - Bericht/Gedanken |
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| September 29th, 2006 by Ivo Bättig | |
Dienstag/Mittwoch dieser Woche fand die 8. SFIB-Fachtagung ICT und Bildung in Bern statt. Das Thema war “Spannungsfeld zwischen Anspruch und Realität”. Die Fachtagung bestand aus Plenumsveranstaltungen und Workshops. Nachfolgend ein paar zusammenfassende Berichte/Gedanken zur Fachtagung:
- Herr Ferry De Rijcke hat über seine Erfahrungen als ICT-Fachexperte und Koordinator des Schulinspektorats der Niederlande berichtet. Dabei ist er vor allem auf folgende Problempunkte eingegangen:
- Schnelllebigkeit der Materie
- Schüler wissen oft mehr als die Lehrkräfte
- Lehrkräfte wissen nicht, wie man die Technologie sinnvoll einsetzen kann
- Herr Prof. Dr. Dominik Petko der PHZ SZ ist auf das Thema “ICT und Ethik: Verantwortlicher Umgang mit den Problemen der Internetnutzung in den Schulen” eingegangen. Herr Petko war verantwortlich für die Erstellung des educaguides zum Thema “ICT und Ethik”. Dabei werden bei diesem Ethikguide keine Regeln definiert, sondern der Leser wird angeregt sich mit den entsprechenden Fragen auseinanderzusetzen. Dabei könnte zum Beispiel eine Internet-Charta entstehen, wie diese mit dem Bausatz Internet-Ch@rta von fri-tic erarbeitet werden kann.
Interessant fand ich die Auflistung von Problemen, wegen deren es eine spezifische Ethik für ICT braucht: - Informationsflut ohne Gatekeeper (nicht wie beim Journalismus, wo es ethische Grundsätze zur Ausübung des Berufes gibt)
- keine Zugangskontrolle
- relative Anonymität
- scheinbare Virtualität
- Angreifbarkeit von Daten
- Entfesselnde Kommunikation
- Internationale Rechtssicherheit
- Interessensgegensätze (z.B. Manipulation von Kindern durch Werbung)
- Herr Robert Bibeau aus Quebec Kanada ist auf die Problematik der Austauschbarkeit von Bildungsmaterial eingegangen. Er plädiert für ein gemeinsames Metaformat, damit man entsprechende Ressourcen auch findet. Dieses Format muss durch einen Standard definiert werden und durch entsprechende Portale unterstützt werden. Das Rad soll nicht über neu erfunden werden! Die fehlenden Standards waren auch Thema einer Plenumsdiskussion. Mit entsprechenden Standards könnte die Arbeit auch besser verteilt werden und damit Geld wirkungsvoller eingesetzt werden.
- Herr Francis Maro HEP Tessin hat etwas über die ICT-Ausbildung der Lehrer im Kanton Tessin erzählt. Wiederum habe ich festgestellt, dass primär auf die Anwendung von Werkzeugen, anstelle von gewissen Grundlagen und Konzepten geachtet wird. Für Letzteres fehle ganz einfach die Zeit.
- Andreas Matter (Primarlehrer) und Silvie Spiess (Pädagogische Hochschule in Zürich) haben gezeigt wie einfach ein Podcast erstellt werden kann. Dabei haben sie das Projekt “Zoohren auf!” vorgestellt - Podcasting mit 3. Klässlern!
Insgesamt war die Fachtagung sehr interessant und vielseitig. Und falls man es schafft, die vielen Projekte zu koordinieren, aufeinander abzustimmen, voneinander zu profitieren und noch dazu ein entsprechendes Verzeichnis und Standards schafft, wird das Spannungsfeld zwischen Anspruch und Realität um einiges kleiner. Viele innovative Projekte sind sogar schon etwas weiter als der Anspruch
. Doch einige hinken leider auch ziemlich hinten nach…
Wichtig ist es die Augen nicht vor der Realität zu verschliessen und die Technologie sinnvoll und effizient mit in den Unterricht mit einzubeziehen. Lehrkräfte müssen ein sehr gutes Verständnis haben, mit welchen Technologien sich die Schüler heute im Alltag laufend auseinander setzen und in welchem Umfeld sie sich in Zukunft im Berufsleben zurecht finden müssen.












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