Informatik als Unterrichtsfach

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September 8th, 2006 by Ivo Bättig

Trotz der ständig wachsenden Digitalwelt wird über die Existenzberechtigung der Informatik als Unterrichtsfach nach wie vor debattiert. Lernt man Informatik nicht einfach bei der täglichen Arbeit? Braucht es deshalb ein spezifisches Unterrichtsfach? Und wer ist für den Informatikunterricht verantwortlich?

Klar lernt man den Einsatz von Informatikmitteln mittlerweile durch die tägliche Arbeit in diversen Fächern und mit der wachsenden Verbreitung von neuen Unterrichtsformen. Doch man könnte genauso sagen, man lerne die Deutsche Sprache indem man diese während des Unterrichts einfach anwendet. Und trotzdem gibt es selbstverständlich ein Unterrichtsfach “Deutsch”. Und es gibt ebenfalls ausgebildete Deutschlehrer. Kein Germanist würde akzeptieren, dass der Französischlehrer (ohne Ausbildung für die Deutsche Sprache) den Deutschunterricht hält. Doch wie sieht es mit der Informatik aus?

Oft wird Informatik von einem “fachfremden” Lehrer unterrichtet. Der Lehrer, der gerade Zeit hat und eine gewisse Affinität zur Informatik hat, wird verknurrt das Fach Informatik zu unterrichten. Zudem wird er dann gerade auch noch verantwortlich für die Wartung der Infrastruktur. Sollte die Informatik nicht auch durch entsprechende Fachkräfte unterrichtet werden? Es geht bei der Informatik nicht darum zu lernen, wie man etwas auf dem Internet sucht. Diese Fähigkeiten können gut im regulären Unterricht geschult werden. Viel spannender und wichtiger ist zu Wissen wie eine Suchmaschine überhaupt funktioniert.

Bei der Informatik geht es um viel mehr als nur die Benutzung von Computern und dem Internet. Der Schüler muss lernen die Mechanismen und Konzepte dahinter zu verstehen. Es geht darum, sich mit wichtigen Themen wie Modulierung, Objektorientierung, Sicherheit, Abstraktion, Logik etc. zu befassen. Nur so lassen sich viele der heutigen Technologien und Anwendungen erklären. Den eigentlichen Einsatz lernt der Schüler automatisch in anderen Fächern durch die Benutzung der verschiedenen Programme und Werkzeuge. Dies muss nicht Bestandteil des Informatikunterrichts sein.

Der Informatikunterricht kann übrigens sehr lebendig und unterhaltsam gestaltet werden, trotz der eher trockenen Materie der Logik und Analyse. Hier ein tolles Anwendungsbeispiel zum Thema Codierung/Decodierung. Wer kennt weitere Beispiele aus der Praxis?

Ich bin gespannt mehr über Ihre Erfahrungen mit und Meinung zur Informatik als Unterrichtsfach zu erfahren und bin auch gerne bereit einen Vortrag zu diesem Thema und/oder dem praktischen Einsatz von Informatik zu gestalten.

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Der Einfluss vom Einsatz von Computern im Klassenzimmer und zu Hause auf die Resultate der Pisa-Studie

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September 5th, 2006 by Ivo Bättig

Vor ein paar Wochen habe ich wieder einmal ein paar aktuelle Berichte zum Thema Einsatz von Computern im Klassenzimmer gelesen. Ganz spontan hätte ich vermutet, dass der Erfolg oder Misserfolg des Einsatzes von Computern im Unterricht und zum Lernen von zu Hause doch alles eine Frage des Masses ist und ohne Einsatz von Technologie wahrscheinlich ebenso wenig erreicht wird, wie durch den übermässigen Einsatz.

Die Regierung und die Eltern investieren dabei viel Geld in der Hoffnung, die Bildungschancen der Schülerinnen und Schüler zu verbessern. Und nun deutet eine Analyse der Pisa-Studien darauf hin, dass diese Hoffnung weitgehend vergebens ist. Je grösser die Verfügbarkeit von Computer, desto schlechter die Schülerleistungen…

Die Kritik am Einsatz von Computern weist dabei auf drei Ursachen hin, die ich kurz (es gäbe dazu Bücher zu schreiben…) aus meiner (subjektiven) Sicht kommentieren möchte:

  1. Die Interaktion zwischen Lehrer und Schüler werde eingeschränkt und das kreative Denken werde zu wenig stark gefördert
    –> Wenn ich mich noch richtig an einige Lektionen meiner Schulzeit erinnern kann, dann hätte die Interaktion kaum kleiner sein können, als wenn ich eine Stunde vor dem Fernseher gesessen hätte. Ein geschickter Einbezug des Computers in den Unterreicht kann die Interaktion sogar immens erhöhen (Stichwort Wiki, Podcast, Weblog/Blogs). Dass Computer das kreative Denken fördern, können die meisten Eltern bestätigen, die schon einmal Kinder am Computer arbeiten gesehen haben - es sprudelt nur so von Faszination, Analysen, Interaktion, Ideen, usw.
  2. Durch die Anschaffung von teuren Computern muss an anderen Ecken (z.B. Lehrbücher) gespart werden
    -> Daran lässt sich wohl nicht rütteln. Klar geht das Eine auf die Kosten des Anderen. Doch durch den Einbezug des Internets wird enorm viel Material frei zugänglich ist für alle (z.B. Wikipedia), ohne dass man entsprechend teure Bücher und oder CD-Roms kauft. Idealerweise werden bei der Anschaffung von Computern Lerninhalte gleich mit einbezogen. D.h. es werden Gesamtlösungen angeschafft und nicht einfach Technologie ins Klassenzimmer gestopft. Der Einsatz von Technologie muss von Anfang an in den Lehrplan mit einbezogen werden.
  3. Das Ablenkungspotential gerade durch das Internet und Computerspiele ist enorm gross
    -> Richtig. Wichtig ist daher, Regeln für die Benutzung von Computern zu definieren. Gespielt wird grundsätzlich in der Freizeit und nicht während dem Unterricht. Ausser das Spielen wird mit dem Lernen verbunden, was übrigens eine höchst spannende und effiziente Art des Lernens darstellen kann. Der Zugriff auf das Internet muss gezielt gesteuert werden, d.h. der Lehrer sollte die Möglichkeiten haben, das Internet zu sperren oder noch besser vordefinierte Seiten freizuschalten oder zu sperren. Ebenfalls wäre es gut, wenn der Lehrer die Benutzung entsprechend überwachen kann. Gerade für diese Problematik der Ablenkung bieten wir bei GenevaLogic mit Vision (Begleitung und Überwachung) und Surf-Lock (Internet sperren und gezielt freigeben) und App-Control (Applikationen exklusiv freischalten) gezielte Lösungen an.

Dabei scheinen Computer auf den ersten Blick einen positiven Einfluss auf die Resultate der Pisa-Studie zu haben. Bei dieser voreiligen Analyse wurde jedoch der wirtschaftliche und soziale Hintergrund der Schüler und der Schule nicht berücksichtigt. Unter Beizug dieser Variablen wird der Zusammenhang zwischen Computern und PISA-Leistungen sehr klein und statistisch insignifikant. Ein Hauptgrund für den teilweise sogar negativen Effekt ist, dass Computer zu Hause nicht in erster Linie zum Lernen genutzt werden. Wenn erstaunt dies?

Die Schlussfolgerung aus den diversen Berichten zeigt, dass ein vernünftiger Einsatz von Computern durchaus zu positiven Ergebnissen führen kann - sofern diese richtig und im Mass eingesetzt werden. Wie sagten schon unsere Eltern? Alles ist gesund – es ist nur eine Frage des Masses ;-)

 


Zwei erlebnisreiche Wochen an der US-Westküste

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July 19th, 2006 by Ivo Bättig

Sind gerade zurück aus zwei intensiven Wochen in den USA. Nachfolgende eine kurze Zusammenfassung von ein paar Highlights.

Nach einem Höllentrip von 29 Stunden sind wir via New York JFK am Morgen um 02:00 in San Diego (California) im Hotel angekommen. Doch bevor wir uns in Bett legen wollten, haben wir noch einen kurzen Besuch in der Top Gun Bar gemacht. Hier wurde eine Bar-Szene des bekannten 80er-Jahre Films gedreht, wo Charlie (Kelly McGillis) entscheidet doch in Miramar bei “Maverick” (Tom Cruise) zu bleiben. 

Von Mittwoch bis Freitag haben wir die NECC Messe besucht, wo wir (GenevaLogic) auch als Aussteller vertreten waren. Siehe auch Berichte von PeterS. Die NECC ist die grösste Schul- und Bildungsmesse der Welt. Nachdem im letzten Jahr der grosse Renner aller Messen die Active Boards (interaktive Wandtafeln) waren, sind es dieses Jahr die kleinen und mobilen Notebooks. Bekannt unter dem Namen Tablet PCs, UMPC (Ultra Mobile PC) oder dem Codenamen Origami. Die UMPC Spezifikation wurde gemeinsam mit Microsoft, Intel und Samsung entwickelt. Zu diesem Trend gesellt sich auch der 100 Dollar Laptop der “One Laptop per Child” Non-profit Organisation. Nicholas Negroponte war ebenfalls vor Ort und hat Werbung für sein Projekt gemacht. Bei GenevaLogic verfolgen wir zur Zeit ebenfalls zwei Kooperationsmöglichkeiten, die im Zusammenhang mit solchen Geräten stehen. Fast alle Hersteller stürmen wie wild mit ihren Geräten in die “Emerging” Markets (Mexico, Brasilien, Indien, China) und wollen einen Stück des grossen Kuchens bekommen. Alles unter dem Motto 1:1 Computing.

Für unsere Aktivitäten im Bereich Business Development war die Messe ein voller Erfolg! Wir konnten uns mit sämtlichen grossen Hardwareherstellern treffen und zum Ausdruck bringen, wie wichtig es ist die Software auf den Geräten als Mehrwert für Schulen zu betrachten und mit entsprechender Software (Classroom Management) zum effizienten Einsatz von Technologie im Klassenraum auszustatten. 

Nach ein paar spannenden Abenden mit Kunden, Partnern und unter uns sind wir dann am Samstag nach Portland Oregon geflogen. Dort haben wir ein dreitägiges Gruppen-Management Meeting gemacht. Alles in allem zwei erlebnisreiche Wochen mit vielen Eindrücken und Ideen für die nächsten paar Tage, Monate, Jahre…  

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