Der Alltag ruft… |
|
| October 30th, 2006 by Stephanie Ledermann | |
Nach einem langen Flug bin ich mit schweren Beinen und müden Gliedern in Zürich gelandet. Die Rückreise verlief ohne grössere Probleme, und auch das lange Sitzen brachten meine verhärteten Muskeln gut hinter sich.
Auch der Einstieg in den Schulalltag gelang mir, ohne dass die Lernenden etwas von meinem Jetlag mitbekommen haben… zumindest sagt mir das mein Gefühl. So musste ich in den ersten Stunden viele Fragen beantworten, und einen ausführlichen Erlebnisbericht schildern. Auch musste ich den Schülern hoch und heilig versprechen, ihnen die Fotografien vom Wettkampftag zu zeigen.
In sportlicher Hinsicht werde ich nun nach einer langen und intensiven Saison vorerst einmal eine Regenerationsphase einschalten. Dabei werde ich dem Körper die nötige Ruhe geben, und gleichzeitig mit meinem Coach die Saison 2007 besprechen. Diese trainingsfreie Zeit brauche ich zudem, um den Kopf zu leeren, und für die kommende Saison neue Energie, Ausdauer und Leidenschaft zu tanken. Selbstverständlich werde ich während diesen 4-6 Wochen nicht vollständig auf Bewegung verzichten. Doch gestalte ich die sportlichen Aktivitäten nach Lust und Laune. So werde ich unter anderem sicherlich mein Bike entstauben, und die frische Alpluft im Emmental geniessen… Doch vorerst geniesse ich nun endlich die verdiente Pause, und vor allem auch das Ende des Verzichts auf Süssigkeiten!
In der Saison 2007 werde ich auf einen Ironman verzichten. Dies vor allem aufgrund dessen, weil ich für die Langdistanz noch sehr jung bin. Vielmehr geht es mir darum, in der Serie der VW-Circuits eine Top-6 Platzierung zu erreichen, und mich läuferisch weiter zu bringen. Doch die Langdistanz-Triathlon-WM bleibt längerfristig gesehen sicherlich ein Ziel. So möchte ich voraussichtlich in zwei bis drei Jahren die Jagd auf einen der wenigen Qualifikationsplätze aufnehmen. Denn wer möchte nicht ein zweites Mal am härtesten Triathlon reüssieren können…
Ironman Hawaii |
|
| October 23rd, 2006 by Stephanie Ledermann | |
Geschafft! Nach 12:10 Stunden erreichte ich nach einem langen Tag die Ziellinie in Kailua-Kona. Nachdem ich um 4:15 Uhr die ersten Kohlenhydrate zu mir genommen hatte, brachte mich ein Shuttle zum Startgelände am Pier von Kona. Die ganze Stadt war bereits auf den Beinen, und ich kämpfte mich durch die Masse Richtung Body-Marking. Als dann meine Startnummer auf Arme und Beine gedruckt war, begab ich mich zum Strand. Während die Amerikanische Nationalhymne lief, schwamm ich zur Startlinie und nahm meine Position ein. Sobald der Startschuss fiel, konzentrierte ich mich nur noch auf das Rennen. Das Schwimmen verlief ohne grössere Probleme, und ich konnte meine Stärke gleich zu Beginn umsetzen. Auf der anschliessenden Radstrecke wurde mir erstmals bewusst, dass dieses Rennen einem alles abverlangt. So kämpfte ich während rund 165 Kilometern gegen den Wind, welcher mir entgegen blies. Ich wusste, dass die erste Radhälfte locker angegangen werden musste. Dennoch verliessen mich meine Kräfte nach zwei Dritteln, und ich war froh, als ich nach langen 6:15 Stunden die Wechselzone erreichte. Auf dem anschliessenden Marathon fasste ich dann nochmals neuen Mut, in der Hoffnung, dass der Hammermann nicht gleich zweimal zuschlagen würde… Während die erste Hälfte ohne grössere Schwierigkeiten vorüber ging, plagten mich auf dem zweiten Halbmarathon Magenkrämpfe, welche mich zwangen, das Tempo zu reduzieren. Erst jetzt begriff ich, dass das Finishen auf Hawaii hart, wirklich hart verdient sein will! Doch war der Zieleinlauf am Strand von Kona dafür umso atemberaubender, und das Leiden hatte plötzlich ein Ende. So flog ich auf den letzten 3 Kilometern dem Ziel regelrecht entgegen, und war überglücklich, als ich die Finishline jubelnd passierte. Schlussendlich reichte es für den 14 Schlussrang in meiner Kategorie (F18-24).
Aloha from Hawaii! |
|
| October 18th, 2006 by Stephanie Ledermann | |
Die Vorbereitungen hier in Hawaii laufen auf Hochturen. Bereits liegt die erste Woche in Kona hinter mir, und die Anklimatisationsphase habe ich ohne weitere Probleme überstanden. Während der Trainingsaufwand in der vergangenen Woche relativ hoch war, beginne ich nun mit der Tapering-Phase. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass das Training zurückgestuft wird, und die Teigwaren den Menüplan dominieren.
Das Schwimmen im offenen Gewässer erwies sich als „technisch anspruchsvoll“. Insbesondere bei starker Strömung und heftigem Wellengang verbrauche ich sehr viel Energie. Deshalb werde ich in den verbleibenden vier Tagen nochmals einige Schwimmeinheiten absovieren, um mich an diese ungewohnten Verhältnisse zu gewöhnen. Das Radfahren hängt stark von den Windverhältnissen ab. Bei günstigen Bedingungen scheint mir die Radstrecke zu liegen. Bis anhing hatte ich jedoch während den Radtrainings stets mit starken Windböen zu kämpfen, welche mich fast von der Strasse fegten… Auch das Laufen durch die Lavawüste ist für mich sehr hart und ungewohnt. Denn das Termometer kann bis zu 40 Grad Celsius ansteigen, und die Luftfeuchtigkeit ist extrem hoch. Doch wie bei anderen Herausforderungen auch, ist neben der körperlichen Verfassung auch eine optimale Einstellung auf den Wettkampf massgebend für ein erfolgreiches Finishen. So vertraue ich nun auf meine mentale Verfassung und hoffe auf schnelle Beine am Wettkampftag!
aloha hawaii! |
|
| October 5th, 2006 by Stephanie Ledermann | |
Nun ist es also soweit. Die Koffern sind gepackt, das Rad geputzt, und in die nötigen Einzelteile zerlegt, um einen sorglosen Transport sicherzustellen. Übermorgen trete ich meine lange Reise nach Kailua Kona (Hawaii) an. Es bleibt nun nur noch zu hoffen, dass ich beim Zoll in Washington mit meinen vielen Supplementen (ca. 6 versch. Pulver und einige Schüsslertabletten) durchkommen werde… Nach meiner Ankunft bleibt mir bis zum 21.Oktober genügend Zeit, um mich den klimatischen Bedingungen anzupassen. Auch werde ich die Strecken besichtigen und einige Trainingseinheiten absolvieren können. Doch das Trainingspensum, welches im Moment auf ca. 20 Stunden ist, wird nicht mehr allzu hoch ausfallen. Ganz nach dem Motto: Was bis anhin nicht trainiert wurde, kann jetzt sowieso nicht mehr eingeholt werden… Denn wer zu viel trainiert befindet sich sehr schnell in einem Übertraining und kann dadurch sein Leistungsmaximum nicht erreichen. Ausserdem ist dieser Ironman der härteste Triathlon der Welt, und wer als Neuling auf Hawaii startet, bezahlt bekanntlich sein Lehrgeld. Möge dieses bei mir nicht allzu hoch ausfallen!
Auf alle Fälle werde ich meine Eindrücke und Erfahrungen auf Hawaii in weiteren Blog-Beiträgen festhalten. Ausserdem erscheint alle zwei Tage ein kleiner Bericht im Langenthaler Tagblatt.
Endlich Ferien |
|
| September 26th, 2006 by Stephanie Ledermann | |
Endlich Ferien! Nach 6 Wochen beruflicher Neuausrichtung habe ich die Schülerinnen und Schüler nun mit Vorbehalt in die Herbstferien entlassen. Bereits kann ich ein kleines Resümee ziehen, welches durchwegs positiv ausfällt. So habe ich in in den ersten sechs Schulwochen wahrscheinlich mehr gelernt, als in meinem vierjährigen Studium… Viele schöne Momente durfte ich erleben, insbesondere mit einer 7.Klasse, welche ich in der Naturkunde sowie im Sport unterrichte. Wir haben zusammen ein Verhältnis aufgebaut, welches konzentriertes Arbeiten, Spass und gegenseitiges persönliches Interesse zulässt. Zudem kann ich am 21.Oktober (Ironman Hawaii) auf ihre Unterstützung zählen. Sie haben mir nämlich versichert, an gesagtem Datum gemeinsam vor der Kiste zu sitzen und mir die Daumen zu drücken. Wobei eine Schülerin hinzufügte, dass ich wirklich nur in die Schulstube zurück kehren dürfe, wenn ich ihnen die Goldmedaille auch vorführen könne… Na ja, Kleindietwil hegt vielleicht ein bisschen grosse Ansprüche, scheint aber trotzdem ein gutes Pflaster zu sein!
Die verbleibenden zwei Wochen vor meinem Abflug verbringe ich nun noch mit je ca. 20 Stunden Training, sowie dem Vorbereiten meiner Stellvertretung. Nebenbei muss das Rad auf vordermann gebracht werden. Eine neue Kette, ein collé für das Hinterrad, sowie kleinere allgemeine Einstellungen sollen für perfekte Fahrtauglichkeit meiner Maschine sorgen. Und natürlich werde ich das Rad vor der Abreise noch auf Hochglanz bringen. Denn ein solches Arbeitsgerät muss meiner Ansicht nach auch mit der nötigen “Liebe” gepflegt und gehätschelt werden, damit Spitzenleistungen vollbracht werden können.












Posts